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Ausstellungen

 

 

»Mein Kopf ist eine Bombe«

Jörg Hube ein Künstlerleben. Eine Ausstellung der Monacensia

 

Ausstellungsdauer:

9. Dezember 2011 bis 8. Juni 2012

 

Ausstellungsführungen

Donnerstag, 2. / 9. / 23. Februar 2012, jeweils um 18 Uhr

 

 

 

Der Herzkasperl ist ein Anarchist, einer der keine Bomben schmeißt,

sondern dessen Kopf eine Bombe ist.

Jörg Hube

 

 

Jörg Hube – die Freiheit der Gedanken, der Fantasie war ein großes Thema in seinem Leben. Unangepasst, unkonventionell, ein bayerischer Don Quijote in rostiger Rüstung, ein Revoluzzer, wenn es gegen fest gefressene Strukturen ging. Ein Eigenbrötler und Einzelkämpfer, der sein Leben lang mit Konventionen im Konflikt stand. Schulzeugnisse beschreiben ihn als jähzornig, als einen, der sich weder in eine Klassengemeinschaft einordnen und noch weniger Vorschriften unterordnen kann. Vor allem, wenn sie ihm »unsinnig« erschienen, konnte er explodieren. Er war ein Anarchist, ein Dickschädel, eine »Tretmine«, wie ihn sein Kollege Werner Schneyder einmal nannte. Ein Zweifler, ein Moralist, hoch empfindsam, zurückhaltend und polternd zugleich.

 

Sein umfangreicher Nachlass, eine Fundgrube aus Zetteln, unzähligen Briefen, Schulaufsätzen, Kinderzeichnungen, Kritzeleien, Manuskripten, Bildern, Notizen über die Auseinandersetzung mit der »Obrigkeit«, den Hierarchien im künstlerischen Bereich und im praktischen Leben, belegt all diese Eigenschaften. Am pointiertesten zeigt sich das in seinen fünf Herzkasperl-Programmen. Wenn er etwas angenommen hatte, eine Rolle, einen Sprechertext, dann floss dabei Herzblut, und nicht zu wenig. Immer full power, immer mit ganzem Herzen. Dass dabei oft die Fetzen flogen, ist selbstverständlich.

 

1943 in Neuruppin in der Mark Brandenburg geboren, wuchs Jörg Hube in München auf. Seine Theaterlaufbahn ist mit dieser Stadt eng verknüpft. Von 1973 bis Ende der 1990er-Jahre gehörte er fast durchgehend zum Ensemble der Münchner Kammerspiele, 2001 wechselte er mit Intendant Dieter Dorn an das Bayerische Staatsschauspiel. Er unterrichtete an der Otto Falckenberg-Schule, die er 1991 bis 1993 leitete. Große Popularität gewann Jörg Hube durch Fernsehserien für den Bayerischen Rundfunk wie »Die Löwengrube«. Mit Regisseuren wie Edgar Reitz, Klaus Emmerich, Michael Verhoeven, Joseph Vilsmaier oder Matthias Kiefersauer drehte er zahlreiche Kino- und Fernsehfilme. Seine Paraderolle war der »Herzkasperl«, eine Figur, die er 1975 zusammen mit seiner Frau Elisabeth Fanderl entwickelte.

 

 

Jörg Hube in „Herzkasperls Her- und Hinrichtung“ 

Foto: Thomas Dashuber

 

 

Die Ausstellung öffnet einen Blick auf das große Werk und das Leben von Jörg Hube. Größtenteils basiert sie auf Dokumenten aus dem künstlerischen Nachlass von Jörg Hube, den die Monacensia als Schenkung von den Erben des im Juni 2009 verstorbenen Künstlers erhalten hat.

 

Zur Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm mit Veranstaltungen und Führungen.

 

Einzelheiten unter

www.muenchner-stadtbibliothek.de/monacensia

 

 

Verantwortlich und Projektleitung: Dr. Elisabeth Tworek, Leiterin der Monacensia

Kuratorin: Eva Demmelhuber

Mitarbeit, Presse- und Öffentlichkeit: Sylvia Schütz, Monacensia

Ausstellungsgestaltung: Katharina Kuhlmann, Durchschrift

Veranstalter: Monacensia.Literaturarchiv und Bibliothek

 

Unser besonderer Dank gilt:

Elisabeth Fanderl und Johanna Fanderl

Deutsches Theatermuseum, Münchner Stadtmuseum

 

Für die Bereitstellung von Bildmaterial:

Deutsches Theatermuseum/ Archiv Oda Sternberg, Thomas Dashuber, Edgar Reitz, Wolfgang Marquardt Münchner Stadtbibliothek

 

Öffnungszeiten

Mo – Mi, Fr 10.30 - 18 Uhr, Do 10.30 - 19 Uhr

Eintritt frei

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Sylvia Schütz, Tel. 089/ 41 94 72 15, eMail sylvia.schuetz@muenchen.de

 

 

 

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